Die Geschichte des Schützenverein Appeln beginnt im Jahre 1921, als hier in Appeln der Kyffhäuserbund gegründet wurde. Jedoch löste die Besatzungsmacht die Kriegervereine und Kyffhäuserbünde nach dem 2. Weltkrieg wieder auf, dafür wurde dann aber 1950 der Schützenverein Appeln gegründet. Junge Männer, Heimkehrer und Flüchtlinge setzten sich zusammen und gründeten den Schützenverein Appeln. Die Mitglieder und der Vorstand des ehemaligen Kyffhäuserbundes traten geschlossen zum neuen Schützenverein über. So wurde Friedrich Schwarze Kommandeur, Heinrich Ficken Stellvertreter und Hinrich Mehrtens jr. Schriftführer.

Ende des Jahres 1950 zählte der Verein schon 95 Mitglieder. Der Beitrag wurde auf 6,00 DM jährlich festgesetzt. Das Schützenfest einschließlich Königsschießen wurde auf den 2. Pfingsttag gelegt. Der alte Schießstand wurde nicht übernommen.

Der letzte König des Kyffhäuserbundes war Dietrich Büttelmann. Er wurde als 1. König vom Schützenverein übernommen. Das Königsessen war bei ihm auf der Diele - ein Gulaschessen, das über Jahrzehnte beibehalten wurde.

Es wurde damals noch mit dem Luftgewehr geschossen. Bei gutem Wetter draußen und bei schlechtem bei Büttelmann auf dem Saal. So fanden auch die Schützenfeste unter freiem Himmel statt. Bald darauf wurden Kleinkaliber-Gewehre angeschafft, die zum Teil noch heute ihren Dienst verrichten. 1954 entstand durch Spenden und Gemeinschaftsarbeit ein neuer Schießstand auf dem Grundstück von Hermann Büttelmann.

Im Jahre 1958 bekam der Verein seine Fahne. Die Fahnenweihe wurde feierlich im großen Rahmen vollzogen. Viele Nachbarvereine beteiligten sich an der Fahnenweihe, die auf J. Hillmanns Weide stattfand.

Der erste Kommandeur Friedrich Schwarze führte den Verein bis 1961, dann trat er aus Altersgründen zurück. Sein Nachfolger wurde Wilhelm Geils.

1973 wurde der König zum ersten Mal auf den Vogel ausgeschossen. In Zukunft sollte der Schützenkönig nun jährlich abwechselnd entweder auf Vogel oder Scheibe ermittelt werden.
Besonders erwähnenswert ist, dass Fritz Meyer 1970 mit 85 Jahren der älteste und Sebastian Mehrtens 1999 mit 18 Jahren der jüngste König der Vereinsgeschichte wurden.

In den folgenden Jahren entwickelte sich der Verein gut. Das 25-jährige Jubiläum wurde am 23. und 24. August 1975 gefeiert. Vereine aus nah und fern nahmen daran teil. Das ganze Dorf stand in einem einzigen Fahnenschmuck. Diese waren extra für das Fest von den Appelnern angeschafft worden.
Im Jubiläumsjahr fand auch das erste Pokalschießen der Samtgemeinde Beverstedt in Appeln statt.
Mit dem Jubiläum begannen nun auch die Schützenschwestern aktiv ins Vereinsleben einzusteigen. Es wurde die Damenriege gegründet. Damenleiterin wurde Renate Herrmann. Eine Schützenkönigin wird seit 1976 ausgeschossen. Bis 1980 schossen die Damen aber noch auf dem Schießstand der Herren, bis ein eigener LG-Stand gebaut wurde.
Seit jeher engagieren sich die Damen in der Jugendarbeit und sorgen bei allen Festlichkeiten für das leibliche Wohl mit Kaffee und Kuchen.

Der Vorstand setzte sich 1975 aus folgenden Mitgliedern zusammen:
1. Vorsitzender: Wilhelm Geils
2. Vorsitzender: Hermann Campen
Schriftführer: Heinrich Schröder und Ernst Krawelitzki
Schatzmeister: Nikolaus Wetjen und Helmut Meinke
Schießwart: Werner Jonat, Johann Wetjen Nr. 51, Dietmar Nordholz und Renate Herrmann von der Damenriege
Gerätewart: Werner Dreyer
Jugendleiter: Johann Oest
Fahnenträger: Rudi Herrmann, Heinrich Wendte und Hans-Adolf Vick

1977 wurde ein Ehrenrat gewählt. Der Mitgliederbestand beträgt zu diesem Zeitpunkt 123 Mitglieder.
Im selben Jahr beginnt eine große Freundschaft zwischen unserem Schützenverein und dem Schützenverein Almenrausch - Hofhegnenberg-Hausen aus Bayern, die bis heute besteht. Regelmäßig besuchen sich die Schützenvereine im Abstand von 5 Jahren.

Die Geschichte der Freundschaft beginnt nach dem Krieg, als unser Schützenbruder Rudolf Herrmann nach Bayern verschlagen wurde. Er arbeitete auf dem Bauernhof von Ludwig Schmidt in Althegnenberg und kam dann nach Appeln.
Die Verbindung riss nie ab. 1974 besuchte Ludwig Schmidt mit seinen Freunden Sepp aus Vobach und Michael aus Hofhegnenberg Rudi Herrmann und feierten das Schützenfest in Appeln mit. Es hinterließ bei ihnen einen tiefen Eindruck und eine große Sympathie. Es wurden Abmachungen geschlossen, die aber durch den plötzlichen Tod von Ludwig Schmidt nicht zum Tragen kamen.
1977 nahm Michael Kreuzer aus Hofhegnenberg Gespräche mit dem Schützenverein auf. In Verbindung mit dem Schützenmeister Vitus Friedl vom Schützenverein Almenrausch Hofhegnenberg-Hausen wurde der Schützenverein zum 100-jährigen Jubiläum des Almenrauscher Schützenvereins nach Bayern eingeladen. 54 Appelner begaben sich nach Bayern und wurden dort herzlich mit Blasmusik und Leberkäs empfangen. Es wurden Freundschaften geknüpft, von denen einige heute noch Bestand haben.
Der Gegenbesuch des Schützenvereins Almenrausch war vom 13. bis 14. Mai 1978. Es wurde ein Volksfest. Die Freunde aus Bayern brachten aus dem Nachbarort Schmiechen eine Blaskapelle mit, die unter der Leitung des Kapellmeisters L. Nertinger für die nächsten Tage für Stimmung sorgte.
Am Abend gab es ein meisterlich angerichtetes Fisch-Buffet vom Meister- und Fernsehkoch Schützenbruder Peter Mirow im Gasthaus Büttelmann.
"Die langen Nächte in Appeln hatten begonnen", wie Michael Kreuzer in seine Chronik schrieb. Einen Satz dazu von unserem Schriftführer H. Schröder, der er ins Protokoll schrieb: "Getrunken wurden 50 Fässer Bier, das ist wohl mehr als ein Rekord für unser Appeln als kleiner Ort. Darum leben Hoch die Bayerngäste. Kommt bald mal wieder zum Schützenfeste."

1980 traten Heinrich Schröder nach 27 Jahren als Schriftführer und Nikolaus Wetjen nach 20 Jahren als Schatzmeister aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sie wurden beide als Ehrenmitglieder in den Vorstand gewählt. 1983 wurden Hermann Campen und 1984 Ernst Krawelitzki Ehrenmitglieder im Vorstand.

Im Jahre 1980 vom 23. bis 27. Mai waren unsere bayrischen Freunde zum 30-jährigen Jubiläum und zur Einweihung des neuen Schießstandes mit 110 Gästen nach Appeln gekommen. Sie brachten wieder die Blaskapelle aus Schmiechen mit. Alle Gäste wurden privat untergebracht.
Etwa 2000 Menschen waren an diesen Tagen in Appeln zusammengekommen. Noch nie hatte es so etwas in unserem schönen Dorf gegeben. Man kann nicht alles beschreiben, das würde zu weit führen, aber allen Helfern und Organisatoren des Schützenvereins muss Dank gesagt werden, vor allem unserem verstorbenen Ehrenpräsidenten Wilhelm Geils. Ohne ihn wäre das Fest sicher nicht so gelungen. Ein besonderer Dank gilt unseren Freunden aus Hofhegnenberg, Michael Kreuzer, dem Schützenmeister Vitus Friedl - sie alle haben dazu beigetragen, dass es ein gelungenes Fest wurde.

Auch ein besonderer Dank soll an dieser Stelle den Sponsoren gesagt sein. So wurden jedes Jahr im Herbst zwei Rehe ausgeschossen, die von den Jagdpächtern gestiftet wurden.

Seit 1981 werden regelmäßig Jugendkönige ausgeschossen. Jugendliche konnten seit dem ab 12 Jahren in den Verein aufgenommen werden.
Die Jugend unter der Leitung von Thomas Büttelmann und Alexander Krawelitzki nimmt regelmäßig an den unterschiedlichsten Schießwettbewerben teil. Dazu gehören Pokalschießen der Nachbarvereine, Bezirkskönigsschießen und Kreismeisterschaften.

1990 feierte der Schützenverein sein 40-jähriges Bestehen. Auch die Freunde aus Bayern ließen es sich nicht nehmen, an diesem Tage dabei zu sein. Die bayrische Blaskapelle aus Schmiechen begeisterte Jung und Alt. Der Baron von Gebsattel aus Hofhegnenberg übernahm die Schirmherrschaft.
Die Freundschaft zwischen dem Schützenverein Appeln und dem Schützenverein Almenrausch aus Bayern besteht jetzt, wenn man es genau sehen will, auch schon 25 Jahre. Aber es sind nicht nur die bayrischen Freunde, auch mit den Nachbarvereinen Hipstedt und Frelsdorf, um nur einige zu nennen, unterhalten wir freundschaftliche Verbindungen. Wir laden uns oft und gerne gegenseitig zu Schützenveranstaltungen ein.

1991 gab Wilhelm Geils nach 30-jähriger Amtszeit als 1. Vorsitzender und Kommandeur sein Amt ab. Sein Nachfolger wurde Johann Wetjen. Wilhelm Geils wurde einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er war fest verwachsen mit dem Verein, für den er seit der Gründung aktiv und seit 1961 als Vorsitzender tätig war. Der Schützenverein hatte Glück, solch einen Mann als 1. Vorsitzenden gehabt zu haben. Es war ihm leider nicht vergönnt, das 50-jährige Jubiläum mit uns zu feiern.

1997 stellte Johann Wetjen aus gesundheitlichen Gründen sein Amt zur Verfügung. Als Nachfolger folgte ihm mit Anke Büttelmann die erste weibliche Vorsitzende des Vereins. In der näheren Umgebung waren wir somit der erste Verein, der von einer Dame geleitet wurde.

Der Vorstand 2000 setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzende: Anke Büttelmann
2. Vorsitzender: Eric Tietjen
Kommandeur: Harald Sommerfeld
Schriftführer: Marion Wendte und Bärbel Vagts
Schatzmeister: Wilfried Dreyer und Rainer Schäfer
Sportleiter: Karsten Büttelmann
Schießwart: Günter Hilllmann
Gerätewart: Werner Dreyer
Damenleiterin: Elfriede Zentara
Jugendleiter: Thomas Büttelmann und Alexander Krawelitzki
Ehrenrat: Georg Julian, Erhard Gran und Hans-Adolf Vick
Fahnenträger: Torsten Petritzki, Wilfried Zentara und Wilhelm Mehrtens

2001 wurde Lothar Becker König. Er kam aus Uthlede und ließ es sich nicht nehmen, sich im drauffolgenden Jahr vom Verein bei sich zu Hause abzuholen. Der Schützenverein fuhr also mit 2 Bussen nach Uthlede und traf sich dort mit dem Schützenverein Uthlede zur Abholung unseres Königs. Für alle Beteiligten war dies ein schönes Schützenfest.
Im gleichen Jahr wurde für den Verein eine Biathlon-Anlage angeschafft, auf der immer mal wieder spannende Duelle ausgetragen wurden.
Ein weiteres spannendes Duell lieferten sich Hartwig Büttelmann und Alexander Krawelitzki, die um die Königswürde stechen mussten. Das Stechen konnte Alexander für sich entscheiden und wurde so König 2002.

Im Jahr 2003 wurde der Himmelfahrtsgottesdienst beim König im Zelt abgehalten, weil die Kapelle wegen eines Trauerfalles gebraucht  wurde. Der Tag begann mit "Bilderbuchwetter". Alle Beteiligten fanden den Gottesdienst beim König super, weshalb dieses in den Folgejahren wiederholt wurde.
Der Verein nahm am Ferienspaßprogramm teil und lud im Sommer viele Jugendliche auf den Stand ein. Sie wurden im Umgang mit dem Luftgewehr unterwiesen und konnten den Nachmittag mit Schießspielen verbringen. Währenddessen frittierten die Schützendamen 20 kg Pommes um die Jugendlichen zu versorgen.

2004 musste der Vereinsbeitrag angepasst werden. Die letzte Anpassung war bereits 12 Jahre her und war überfällig. Der neue Jahresbeitrag beträgt nun 30 Euro. Gleichzeitig wurde ein Beitrag für Junioren (18-20 Jahre) festgelegt, weil viele in diesem Alter noch in der Ausbildung sind.
Der Verein entschied sich einen ausgemusterten Schießautomaten zu kaufen, der künftig als Glücksautomat etwas Abwechslung bringen soll.
Zum Kinderschützenfest mietete der Verein eine Hüpfburg, die nicht nur von den Kindern benutzt wurde.
Im Sommer gab es ein Zeltlager für die Appelner Jugendlichen in Zusammenarbeit mit allen örtlichen Vereinen. Da nicht nur die Jugendlichen ihren Spaß hatten, soll das Zeltlager eine regelmäßige Veranstaltung werden.
Jugendleiter Alexander Krawelitzki berichtete von einem sehr erfolgreichen Jahr. "Die Jugend fuhr zu zehn Pokalschießen und kann auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken. Bei sieben von zehn Schießen wurde eine Platzierung erreicht. Den dritten Platz erreichte man in Oldendorf, Stemmermühlen und Brillit. Den zweiten Platz belegte man beim Samtgemeindeschießen in Heise, wo man sich den Erstplatzierten nur um einen Teiler von 0,1 geschlagen geben musste und in Geestenseth, wo man auch die Tagesbeste Schützin stellt. Einen ersten Platz erreichte man in Kuhstedt. Damit ist es den Jugendlichen geglückt drei mal in Folge dort den ersten Platz zu belegen. Eine super Leistung! Besonders stolz ist man auf das Pokalschießen in Beverstedt, wo man mit zwei Mannschaften gestartet ist und die Plätze drei und fünf belegt hat."
In diesem Jahr konnte auch erstmals ein Ehepaar zur selben Zeit Schützenkönig und Schützenkönigin werden. Dies gelang Hartwig und Sylvia Büttelmann.

Das Jahr 2005 beginnt auf der Jahreshauptversammlung mit den Worten der 1. Vorsitzenden: "Es lebe das Schützenwesen, es lebe unser Verein, es lebe die Geselligkeit und der Frohsinn!"
Im Jahr 2006 standen die Zeichen auf Wechsel. Auf der Jahreshauptversammlung gab es ein wildes Durcheinander der Vorstandsposten. Ausgelöst wurde dies dadurch, dass Anke Büttelmann ihr Amt nach 9 Jahren zur Verfügung stellte weil ihr Sohn Brandmeister geworden ist.
Anke schlägt ihren bisherigen "Vize" Eric Tietjen als neuen Vorsitzenden vor. Eric beantragte eine geheime Wahl und wurde mit 2 Gegenstimmen gewählt. Seine erste Amtshandlung bestand darin, Anke zur Ehrenvorsitzenden wählen zu lassen, was die Versammlung einstimmig beschloss.
Nach der Wahl von Eric Tietjen zum 1. Vorsitzenden wurde nun ein neuer 2. Vorsitzender benötigt. Der Vorstand schlägt den bisherigen Schriftwart Alexander Krawelitzki vor. In geheimer Wahl wurde er einstimmig als 2. Vorsitzender gewählt.
Durch die Wahl von Alexander zum 2. Vorsitzenden steht er nicht mehr als Schriftführer zur Verfügung. Als neuer Schriftführer wird Torsten Petritzki gewählt.
Auch Torsten kann nun sein Amt als Schießwart nicht mehr ausfüllen, weshalb die Versammlung Thomas Büttelmann als neuen Schießwart wählt.
Nach 23 Jahren stellt Elfriede Zentara ihr Amt als Damenleiterin zur Verfügung. Als neue Damenleiterin wird Sylvia Büttelmann gewählt.

Der Vorstand 2006 setzt sich wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender: Eric Tietjen
2. Vorsitzender: Alexander Krawelitzki
Kommandeur: Kurt Vagts
Schriftführer: Torsten Petritzki und Bärbel Vagts
Schatzmeister: Rainer Schäfer und Birgit Mehrtens
Schießwart: Sebastian Mehrtens und Thomas Büttelmann
Gerätewart: Wilfried Zentara
Damenleiterin: Sylvia Büttelmann
Jugendleiter: Thomas Büttelmann und Alexander Krawelitzki
Ehrenrat: Georg Julian, Erhard Gran und Hans-Adolf Vick
Fahnenträger: Torsten Petritzki, Wilfried Zentara und Wilhelm Mehrtens

Auch die Erfolge im Schützenverein blieben nicht aus. 1988 wurde Elfriede Tietjen Bezirksschützenkönigin. Sie schoss eine "super Zehn". Diesen Erfolg konnte Sylvia Krawelitzki 2006 wiederholen. Auch beim Landeskönigsschießen erreichten die Damen und die Jugend gute Ergebnisse.
1998 holte der Verein die Samtgemeindejugendkönigswürde nach Appeln. Alexander Krawelitzki erwischte einen guten Tag und ließ alle Konkurrenten hinter sich.
Die kontinuierliche Jugendarbeit sollte auch Früchte tragen. Innerhalb weniger Jahre stellte der Verein Mit Corinna Garnatz die Bezirksjugendkönigin (2004) und mit Kira Petritzki die Bezirksschülerkönigin (2008).